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Geldnot, Verzweiflung, psychischer Druck, Ängste - oft bleibt nur noch der eine Schritt:


Doch wie gehe ich vor? Was gibt es zu beachten? Wann bekomme ich einen Termin? Wer hilft mir?

Ich begleite aktuell eine Dame, welche durch Krankheit in die Schuldenspirale geraten ist (zwei schwere OP´s, 18 Monate lang 550 € Krankengeld, bei laufenden Kosten). Sie arbeitet jetzt im Niedriglohnsektor (mit Aufstockung). Sie hat keine genaue Übersicht, sie geht davon aus, dass sich ca. 5000 € Schulden angehäuft haben. Frau K. hatte zuvor noch nie Schulden und leidet erheblich unter den Gegebenheiten. 

Als sie mir Ende Juli unter Tränen ihre Situation darlegte, war nicht schwer zu erkennen, dass sie ihre Schulden unter den gegebenen Umständen nicht zurückzahlen kann! Das heißt im Klartext, dass ihre Rückzahlungen zum Teil bereits von den Zinsen aufgefressen werden. 

Ich habe ihr geraten Privatinsolvenz zu beantragen, denn sie ist nachweislich und ohne eigenes Verschulden in das Dilemma geraten.

Sie hat mir gestattet, den chronologischen Verlauf zu dokumentieren, damit andere Betroffene, welche in einer ähnlichen Lage sind, den Schritt nach vorne wagen, um sich schließlich zu entschulden und damit wieder in eine geregelte Zukunft blicken können.

Frau K. bat am 02.08.14 per Mail um einen Termin bei der Stadtverwaltung und sie bekam zwei Tage später die Antwort, dass sie am 02.09.14 das Beratungsgespräch wahrnehmen kann. In dem Schreiben war auch vermerkt, welche Unterlagen benötigt werden.

"Experten" behaupteten, es würde 6 - 9 Monate dauern, bis man einen Termin bekäme? Ich werde Frau K. zu dem Termin Anfang September begleiten. Doch zuvor machen wir noch ein paar "Hausaufgaben".

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Gefordert:

Eine Liste aller Gläubiger mit Adresse und die geschätzte Höhe der einzelnen Schulden.

Darlegung ihrer Einkünfte

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Eigeninitiative im Vorfeld:

Ein Anschreiben, welches alle Gläubiger erhalten und diese verpflichtet, die Höhe der aktuellen Schulden zu benennen (den Text können Sie bei mir anfordern). Das Anschreiben wäre ein Bestandteil des ersten Beratungsgespräches; hier kann man bereits effektiv vorarbeiten.

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Ich bin zahlungsunfähig!

Wenn man zu dieser Erkenntnis gelangt ist, bleibt praktisch nur noch der Weg den Offenbarungseid zu leisten. Man hebt die Finger und schleppt die Schulden ein Leben lang mit sich herum. Das ist auch keine prickelnde Vorstellung! Warum als nicht die Möglichkeit der Entschuldung nutzen?

Frau K. wird ab September nur noch die Miete, die Energie- und die Kommunikationskosten überweisen (Versicherungen bestehen nicht). Alle Gläubiger haben zu diesem Zeitpunkt die Information, dass Frau K. die Privatinsolvenz  beantragt. Ab diesem Zeitpunkt darf sie keinen Gläubiger mehr bevorzugen, also kein Geld mehr überweisen, da ansonsten das Verfahren gefährdet wäre.

Es folgt der vorgeschriebene Versuch der außergerichtliche Schuldenbereinigung als Grundstein, damit der Antrag auf die Durchführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens durch die Beratungsstelle gestellt werden kann.

Mit ihrem jetzigen Einkommen von ca. 1000€ bewegt sich Krau K. unter der Pfändungsgrenze, trotzdem kann sie sich entschulden.

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Am 16.08.14 suchte ich Frau K. in ihrer Wohnung auf. Sie öffnete den Wohnzimmerschrank und nahm einen der Ordner, die alle beschriftet sind, hervor. Der gesamte Schriftverkehr war ordentlich in Prospekthüllen abgeheftet. Nach ca. 15 min stand fest, dass Frau K. 10 Gläubiger hat. Die Schuldensumme beträgt nach erster Schätzung ca. 5300 €.

Am nächsten Tag suchte ich Frau K. erneut auf; sie unterschrieb die 10 Briefe an die Schuldner, welche noch am gleichen Tag versandt wurden.

21.08.14. Die ersten drei Antworten trafen ein. Ein Gläubiger verzichtet auf seine Forderung (ca. 85€). Zwei Gläubiger beharren auf ihren Forderungen, nannten jedoch (noch) keine festen Summen.

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02.09.14, 13:00 Uhr. Noch eine Stunde bis zu dem Gespräch mit dem Schulden- und Insolvenzberater der Stadtverwaltung. Wir haben einen Ordner mit folgendem Inhalt im Gepäck:

Schreiben, wie Frau K. in die Situation gelangt ist (als Einleitung),

bisherige Forderungsschreiben der zehn Gläubiger,

Anschreiben vom 16.08.14 an die Gläubiger (sieben Antworten, Schulden bis jetzt ca. 2500€),

Einkommen; Arbeitsvertrag des 650€-Jobs, Schreiben vom Jobcenter (Aufstockung).


Um 14:00 Uhr stehen wir pünktlich im Büro des Insolvenzberaters. Er ist sehr freundlich und erklärt verschiedene Wege, wie man aus der Spirale kommen kann, ohne unbedingt in Privatinsolvenz zu gehen.

Nach 45 min sind wir um etliches schlauer. Wir warten jetzt noch die fehlenden Antworten der restlichen Gläubiger ab, um dann zu entscheiden, was zu tun ist. 

Es dauerte ungefähr noch zwei Wochen, dann waren alle Forderungen eingegangen und an den Insolvenz- verwalter weitergeleitet worden. Frau K. entschied sich aufgrund den Forderungen in Höhe von ca. 5100 € für die Privatinsolvenz.

Leider kann ich nicht mehr weiterberichten, weil sich die Dame nach getaner Arbeit nicht mehr bei mir gemeldet hat.  

Das spielt jedoch keine Rolle, denn hier ist beschrieben, wie man die Privatinsolvenz einleiten kann. Es ist kein Hexenwerk. Nur Mut; wenn es Fragen gibt, schreiben Sie mich an.

P. Lagall





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